Rechtliches zu Pflanzenschutzmittel Parallelimporten & Generika in der Schweiz

GENERIKA
sind Nachbauten von in der Schweiz zugelassenen Pflanzenschutzmitteln (den Basis- oder Referenzmitteln). Sie sind genau wie die Referenzmittel in der Schweiz zugelassen und erhalten ebenso eine W-Nummer. Ein Generikum muss aber nicht vollständig mit dem Referenzmittel übereinstimmen und stammt von anderen Herstellern, den Nachbauern, was Einfluss auf die Wirksamkeit haben kann.

PARALLELIMPORTE
sind Pflanzenschutzmittel, die in der EU zugelassen und exakt baugleich (manchmal unter anderem Namen) auch in der Schweiz zugelassen sind. „Primagram Gold“ aus Italien heißt z.B. in der Schweiz „Gardo Gold“. Es ist aber ein und dasselbe Produkt, hergestellt von Syngenta. Natürlich kann sich die Wirksamkeit daher nicht unterscheiden. Sie erkennen sie an den D; B; I; F; A-Nummern (z.B. Länderkürzel D = Deutschland).

EU HERKUNFT & QUALITÄT
Auf die vom BLW veröffentlichte Liste der Mittel, die in die Schweiz eingeführt werden dürfen, kommen nur Mittel, die in der EU zugelassen sind. Der Aufwand, den die Antragsteller für eine neue Zulassung in der EU treiben müssen, ist vergleichbar mit dem in der Schweiz. Seit Harmonisierung des Zulassungsverfahrens in der EU im Jahre 2011 ist die Qualität der Pflanzenschutzmittel zudem in allen Mitgliedstaaten gleich. Somit hat ein Mittel, welches aus Grossbritannien oder Irland eingeführt wird, die gleiche Qualität wie ein Mittel, welches aus einem direkten Nachbarstaat der Schweiz stammt.

RÜCKVERFOLGBARKEIT & SICHERHEIT
Die Rückverfolgbarkeit der parallel gehandelten Pflanzenschutzmittel ist jederzeit gegeben. Entweder finden sich die Chargennummern der Hersteller oder die der Parallelhändler auf den Gebinden.

Wenn in der EU parallel gehandelte Pflanzenschutzmittel umverpackt werden, dann muss der Händler für einen Zeitraum von fünf Jahren an Hand der Chargennummern belegen können, welche Produkte aus welchen Quellen er gehandelt hat, wobei ausschließlich in staatlich zertifizierten Betrieben umgefüllt und verpackt werden darf.

HERSTELLERIDENTITÄT
In der EU werden nur Mittel für den Parallelhandel zugelassen, die in dem Mitgliedstaat aus dem sie stammen und in dem Mitgliedstaat, in dem sie auf den Markt gebracht werden, vom gleichen Zulassungsinhaber stammen. Damit besteht Sicherheit, dass es sich bei diesen Produkten immer um solche der grossen in der Schweiz bekannten Zulassungsinhaber handelt und nicht um Generika.

KONTROLLEN
Auch parallel gehandelte Mittel unterliegen Marktkontrollen. Es werden regelmäßig anonyme Testkäufe getätigt und die Produkte durch die kantonalen Labore untersucht. Ebenso werden Umpackbetriebe regelmäßig und unangemeldet gründlich kontrolliert.

SITZ IN DER SCHWEIZ
Parallelhändler müssen einen juristischen Sitz in der Schweiz haben. Sie können somit hier auch leicht haftbar gemacht werden.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Zwar betreiben Zulassungsinhaber teils teure Forschungs- und Entwicklungsarbeit, sie partizipieren aber auch am Handel mit ihren Produkten, wenn diese auf den Märkten der EU gekauft werden. Sie erhalten also immer eine faire Entlohnung.